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1. Staffel Der schöne Jacques

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Freitag, 23. April 2004, 17:44

Der schöne Jacques

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Episode:
Der schöne Jacques

Staffel:
1. Staffel

Produktionscode:
7G11

Beschreibung:
Marge hat Geburtstag. Die Kinder bringen ihr das Frühstück ans Bett. Homer stellt entsetzt fest, dass er vergessen hat, ein Geschenk zu kaufen. Sein Geschenk kommt nicht gut an: eine Bowlingkugel. Marge beschließt, ihm eins auszuwischen. Sie lernt bowlen - bei dem charmanten Lehrer Jacques. Nur langsam begreift die ganze Familie, dass sich hier eine ernsthafte Ehekrise anbahnt.

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Freitag, 23. April 2004, 18:15

Eine sentimentale Herz-Schmerz-Folge. Nicht so mein Ding.

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Freitag, 23. April 2004, 19:57

Einfach geil!
Der "Homer sagt er geht spatzieren, und fährt mit dem Auto weg"-Gag
ist immer wieder geil! :D

Nur das Lied...das ist ZUM KOTZEN!!!!

4

Mittwoch, 28. März 2007, 19:38

Diese Episode gefällt mir persönlich nicht sehr gut, aber das liegt vielleicht auch daran, dass ich Liebesfilmen allgemein nicht viel abgewinnen kann. Besonders gut finde ich allerdings Marges Zitat:"Oh, mein Name ist nicht Homer (sprich "Omehr"), Homer heisst meine Bowlingkugel! :DIch heisse Marge."

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Mittwoch, 28. März 2007, 19:44

Ich fand den Akzent von Jacques lustig, sonst so mittelmäßig, die Folge. Benotung kann ich nich geben
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Montag, 21. September 2009, 15:20

Hier noch ein älteres S1-Review von mir.

Okely-Dokely, ich schreibe mal wieder ein Review zu einer klassischen Folge. Und wenn ich sage klassische Folge, dann meine ich es auch so: Episode 7G11 "Life on The Fast Lane" aus S1, Erstsendung 18.03.1990.

Im Moment läuft auf NHC gerade mal wieder eine Abstimmung über die je besten Folgen pro Staffel und beim Thema S1 gab es dort auch mehrfach Lob für "Fast Lane". Es ist gerade in der heutigen Zeit interessant, daß es noch Leute gibt, die aktuelle Folgen nicht einfach ignorieren und sich ihnen kritisch stellen, die auf der anderen Seite aber eben auch die wirklichen Klassiker so hoch einschätzen und loben. Das ist im deutschen Sprachraum (zumindest online) IMO kaum noch anzutreffen.

Gerade in der heutigen Zeit, in der "Beziehungskrisen" zwischen Homer und Marge fast nur noch zur Standardformel für flache Comedy geworden sind, ist ein Rückblick auf die Substanz von Klassikern des Subgenres interessant. "Life On The Fast Lane" ist die erste gesendete Episode mit diesem Thema, die erste produzierte war jedoch mit 7G10 "Homer´s Night Out", welche aber 1990 eine Woche später gesendet wurde. "Fast Lane" ist von beiden Folgen IMO eindeutig die bessere.

Während sich "Night Out" etwas zu sehr in eine versuchte Mischung aus Humor und (letztlich vorzitierter) Moral verzettelt, verläßt sich die zuerst gesendete und damit grundlegende Ehekrisen-Folge mehr auf ihre charakterlichen *und* dramatischen Qualitäten. Durch das Fehlen eines humoristischen Subplots, wie wir ihn z.B. bei "Moaning Lisa" durchaus hatten, dürfte 7G11 sogar die ernsthafteste Folge der Serie überhaupt sein. Und gerade das macht sie in den aktuellen Tagen von plumpem und schnellem "Fun" so beeindruckend und interessant. Ein Anachronismus heute? Ein Anachronismus oder gewagtes Cartoon-Experiment damals?

Einer der früher in Interviews von den Machern geäußerten Grundsätze der Serie lautete in etwa: "Explore the inner being and the emotions of these cartoon characters". Das ist eine Qualität, die in S2 dann zur Perfektion gelangte und bis mindestens S7 eine mehr oder weniger grundsätzliche Qualität der Serie blieb. Daß diese Qualität bis auf wenige Ausnahmen nun verloren gegangen ist (und "just to be funny" nun als die Hauptmaxime gilt) ist trotz Offenheit für mich mit ein sehr wichtiger Kritikpunkt an aktuellen Staffeln.

Aber zurück zu "Fast Lane". Die Story über Homers schlechtes Benehmen beim Kauf des Geburtstagsgeschenks für Marge, deren "Offensive", sich tatsächlich am Bowling zu versuchen, das Treffen mit Jacques und auch die folgende Versuchung und Krise klingen auf den ersten Blick nicht wirklich einfallsreich. Ein wichtiger Punkt ist hier aber, daß diese Handlung mit Zeichentrick-Charakteren dargestellt wird - und zwar in einer Weise dargestellt wird, daß man nach kurzer Zeit gar nicht mehr darauf achtet, daß es "nur" gezeichnete Figuren sind, sondern Anteil an ihrem Verhalten und ihren Entscheidungen nehmen kann.

Das war damals neu und ist bis heute IMO eben so beeindruckend gerade an den frühen Jahren. "Moaning Lisa" war hier der Pionier, zur wahren Perfektion gelangte er natürlich wieder in S2 mit Folgen wie "Lisa´s Substitute" (der wohl besten Charakterfolge aller Zeiten). Man beachte in 7G11, wie sehr sich die Folge Zeit für die Charaktere und deren stille Momente nimmt: siehe etwa Homer, als er die Bowlinghandschuhe findet, die generelle Darstellung von Marges Unsicherheit gegenüber Jacques, auch den kleineren Subplot, in dem Bart und Lisa die Stadien von Matt Groenings "Childhood is Hell" durchlaufen. Man beachte auch die Darstellung von Barts und Lisas Verhalten als reine Kinder, die sich nicht irgendwie konstruiert einmischen, sondern auf ihre eigene Art vom kindlichen Blickwinkel aus damit umgehen. Gerade Lisas Verhalten hat hier essentielle Aspekte für den Charakter.

Ein wichtiger Faden in der Geschichte ist auch die Unfähigkeit zur Kommunikation. Homer will Marge etwas wichtiges sagen, bringt aber nur ein Lob über peanut butter und jelly sandwiches heraus. Marge will sich von Bart und Lisa quasi verabschieden, bringt dies aber nur in Form von Überkompensation mit Süßigkeiten zustande. Hierbei kann man übrigens wieder Parallelen zu "Moaning Lisa" ziehen, bei der Kommunikationsprobleme auch ein wichtiges Thema sind ("Ride the Homer horsey", Marge und Lisa bei der Fahrt zur Schule.)

Am Schluß der Folge entscheidet sich Marge an der Weggabelung für Homer. Wenn man ihrem Verhalten während der ganzen Handlung folgt, dann war die "ironic street" letztlich doch das Argument, das sie gebraucht hat (ein Argument außerhalb verbaler Kommunikation), um mit ihrer Unsicherheit aufzuräumen. Das kann man zwar als relativ plump, sitcomig und konservativ bezeichnen, aber es funktioniert hier (IMO deutlich besser als die morality speech in "Night Out") Und während Jacques Marge nur als neue Nummer in seinem Erfolgsregister sieht, hat Homer die wichtigsten Dinge vielleicht doch schon in seinem gemurmelten "peanut butter"-Satz gesagt.

Zuletzt auch noch ein Blick auf die technischen Qualitäten: der Stil der Animation hatte sich fortlaufend verbessert - speziell die Traumsequenzen in ihrer gelungenen Kolorierung sind hierbei erwähnenswert. Auch die Qualität der Mimik und Gestik hat einen Level erreicht, der zu komplexeren Charakteren passend ist. Die Sprecher fanden ebenfalls immer mehr Zugang zu den Charakteren. Dan Castellaneta fand sich nun in der Situation, Homer nun nicht mehr nur als lustigen "Dad" und "Mr. Simpson" (wie noch in den Shorts) darzustellen, sondern als Figur mit Emotionen - was ihn später zum Verlassen der Walter-Matthau Sprachschiene führte.

Fazit: eine der besten S1-Episoden und IMO der wahre Klassiker des Themas Ehekrise. Das Beeindruckende an der Folge ist, daß sie sich (zusammen mit "Moaning Lisa") bereits in den Anfangsmonaten der Serie auf ein ernsthaftes Charakterthema einläßt und einen wichtigen Grundaspekt der klassischen Jahre betont. Auch ohne gelben "Fun" eine Folge, die man sich immer wieder gerne ansieht und die immer wieder einen Eindruck hinterläßt.

Ich sollte das Band mal wieder einlegen. Manche (bzw. viele?) Leute werden die Folge als langweilig, kitschig und schlecht gezeichnet ansehen. Aber die werden dann vermutlich auch das Season Finale von S17 als herausragende Folge sehen. Und der Erfolg gibt den Machern heutzutage wohl Recht. 7G11 ist eben eine Folge aus besseren Zeiten, als die einzelne Episode noch Relevanz außerhalb der Masse hatte. Und dafür gibt es trotz der gewissen S1-Probleme von mir auch die Note 1.

Chris