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2.Staffel Das achte Gebot

1

Montag, 7. Januar 2002, 20:12

Das achte Gebot

Zitat


Episode:
Das achte Gebot

Staffel:
2. Staffel

Produktionscode:
7F13

Beschreibung:
Weil in ein paar Tagen ein wichtiger Boxkampf stattfindet, hat Homer einen Kabelanschluss legen lassen - illegal! Als erste hat Marge ein schlechtes Gefühl dabei. Inzwischen nimmt Bart im Religionsunterricht die zehn Gebote durch. Er lernt, dass bei einem Verstoß dagegen die Hölle droht. Bart freut sich schon darauf. Aber Lisa ist gar nicht wohl bei der Sache. Sie beschließt, beim Pfarrer zu beichten.


Wie findet ihr die Folge ich find sie absolut klasse.Die Folge hatte ne gute Story,gute Gags und ein perfektes Ende.Von mir bekommt die Folge eine 1- obwohl die Stimmen von Lenny&Carl in der Folge noch schrecklich waren.

Lenny&Carl are the Best
We like non-fiction and we live in fictitious times. We live in the time where we have fictitious election results that elects a fictitious president. We live in a time where we have a man sending us to war for fictitious reasons.

Whether it's the fictition of duct tape or fictition of orange alerts we are against this war, Mr Bush. Shame on you, Mr Bush, shame on you. And any time you got the Pope and the Dixie Chicks against you, your time is up. Thank you very much."

~Michael Moore~

KANG

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2

Montag, 7. Januar 2002, 20:27

Super! Note 1-, ebenfals!

Lisa ist in dieser Episode sehr aufopferungsvoll und sehr bemüt um ihren vater. Sie protestiert ohne ihn auf die Nerven zu gehen und letztentlich sieht Homer seinen Fehler ein. Man erkennt auch in vielen Situationen sein schlechtes Gewissen, gut das er eins hat! :]

Lusitg ist in dieser Folge auch Burns! :]
"Oh ja, ich stelle es mir grade vor. Die Fliegengittertür hängt schief in den Angeln, ein räudiger Hund schleicht umher auf der vergeblichen Suche nach einem Platz zum sterben!" :D

Ist euch aufgefallen? Reverend Love ist moralisch viel richtig liegender als in den neuen Staffeln. Das fand ich immer gut...... :rolleyes:

3

Montag, 7. Januar 2002, 20:55

Sehr gute Folge! Ähnlich wie "Das Fernsehen ist an allem Schuld" mit einer eindeutigen Botschaft, ohne daß die zu aufdringlich wird. Lisa ist wunderbar charakterisiert, und vor allem sehr realistisch: als ein Kind. Sie hat Angst vor der Hölle und beschließt deshalb, kein Kabelfernsehen zu schauen - keine Spur von "besserwisserische kleine Erwachsene", wie ihr ja oft vorgeworfen wird. Dies bringt mich zu einer interessanten Schlußfolgerung: Obwohl die Simpsons ja nicht ältern, scheint der Charakter von Lisa in den folgendenden Staffeln reifer zu werden, so wie das bei einem normalem Alterungsprozeß der Fall wäre.

Homer verhält sich ebenfalls sehr realistisch, nicht so überdreht wie heutzutage. Am Ende sieht er seinen Fehler ein und beschließt, den Boxkampf nicht zu schauen. Was wäre wohl passiert, wenn die Folge zur 11. oder 12. Staffel gehören würde? Homer hätte Lisa auf ihr Zimmer geschickt und Bart für das unerlaubte Fernsehen gewürgt und sonstwie mißhandelt...
Andreas

4

Dienstag, 8. Januar 2002, 14:39

Eine wundervolle Episode, kann man nicht oft genug sagen. Homer, der brüllt als er Moe sieht, Homer der brüllt als er seinen Chef sieht.

5

Mittwoch, 15. Juni 2005, 18:38

Erst gestern gesehen, ich mag die Folgen nicht in der Lisa mal wieder ein Krise hat (z.b wenn es um sachen geht wie ein Tafelaufsatz,Mr. Bergstrom usw.)


Ich gebe der Folge eine 3

6

Freitag, 30. März 2007, 20:16

Heisst die Episode nicht eigentlich "Lisa und das 8. Gebot"?
Auf jeden Fall ist das auch mal wieder eine sehr gute Episode.
Zitat von Homer:"HAAAH! Das ist Moe! Ich muss die Krüge verstecken!" - Moe:"Hi Homer, ihc hab dir nen Krug mitgebracht." Homer:"HAAAH! Mr. Burns!" Spätestens da habe ich vor lachen auf dem boden gelegen!

7

Freitag, 30. März 2007, 21:53

Zitat

Original von Apu Nahasapemapetilon
Heisst die Episode nicht eigentlich "Lisa und das 8. Gebot"?

Nein.

8

Montag, 7. September 2009, 15:08

Hier ist noch ein (nicht mal ganz so altes) Review von mir. Ich weiß nicht, wieviele Leute hier wirklich Interesse daran haben, aber ich versuche es halt mal. Hier also einige Gedanken zur Folge.

Nun ist 7F13 eine Episode, die man vermutlich leicht als moralinsaure Sitcomstory mit Religionsthematik betrachten könnte, wenn man sich die Sache denn einfach machen will bzw. in der Serie generell nicht mehr als gelbe Trickfiguren sehen will. Bei genauer Betrachtung ist es IMO aber eine Folge, die so reich an Subtext und Details ist, daß ich bei jedem Ansehen noch neue Dinge entdecken kann und daß ich mir über die Möglichkeiten der Interpretation bis heute nicht sicher bin. Die nun folgende Betrachtung ist daher auch nur ein kleinerer Ausschnitt und eine eher unsortierte Denkanregung, die ergänzt werden müsste.

Die Folge zeigt uns IMO zwei elementare Probleme im Bezug auf Moral und deren Argumentation und Durchführung in der Gesellschaft.

Das erste Problem ist eine Unvereinbarkeit von "biblischen" Geboten mit einer Realität der (Erwachsenen-)Welt. Während die Kinder in der Sonntagsschule von der freundlichen Lehrerin mit düsteren Geschichten über die Hölle erschreckt werden ("Maggots are your sheet, worms your blanket [...] You´ll be tormented day and night for ever and ever...") und dadurch das Befolgen der Gebote indoktriniert bekommen, folgt die bigotte Welt der Realität schon lange anderen Regeln - was jedoch nur Lisa aus ihrer kindlichen Perspektive zu bemerken scheint.

Interessant daran ist, daß sie zwar einerseits die quasi unschuldige Position des hinterfragenden Kindes als moralische Instanz vertritt, auf der anderen Seite aber letztlich auch selbst eher "Produkt" einer Manipulation ist - nämlich jener durch die Gruselstories der Sonntagsschule. Daß die Folge dennoch wunderbar funktioniert und Motivationen und Emotionen derart plausibel bleiben, zeigt die Klasse der Autorenarbeit und Charaktertiefe in jenen Tagen. Aber weiter im Text.

In der Realität der Erwachsenen wird gegen zahlreiche Gebote verstoßen, einschließlich natürlich des Stehlens. Wir sehen dies zum Teil in mehr oder weniger offensichtlichen Szenen (wie etwa Jimbo, der sich mehrfach nach Art des Vierfingerdiskounts bedient), zum Teil aber auch subtiler.

So "stiehlt" in gewisser Weise auch Monty Burns - und zwar Gesellschaft und fremde Atmosphäre - in dem er für sich in Anspruch nimmt, während des Boxkampfes umsonst an der Atmosphäre der (ihm sonst so verhassten) Arbeiterklasse teilhaben zu können. Was er ja in seiner wunderbaren S2-Ausdrucksweise bereits durch seine Vorbeschreibung eines Arbeiterhauses unterstreicht "The screen door rusting off its filthy hinges, mangy dog staggering about, looking vainly for a place to die..." Der klassische Großkapitalist Monty Burns - ich vermisse ihn sehr.

Das zweite, elementare Problem ist die moralische Argumentation über den Versuch der Umsetzung von "Geboten" in der realen Welt. Das ist bei der genaueren Betrachtung ein eigentlich noch komplexeres Thema der Episode.

Beispiele:

- Die Broschüre zum Kabelklau hält z.B. für jedes moralische Argument ein (oft sicher arg wackeliges) Gegenargument bereit.
- Als Marge versucht, für Lisa ein gutes Beispiel zu sein und sich die zwei Weintrauben berechnen läßt, wird sie zum "Weirdo" in der normalen "who cares?"-Gesellschaft im Supermarkt.
- Als Lisa versucht, Homer auf die Diskrepanzen in der Gesellschaft anzusprechen, argumentiert dieser auf absurde Weise, daß Lisa durch die Tatsache, daß sie umsonst in seinem Haus verpflegt wird, selbst im moralischen Glashaus sitzt.
- Auch Reverend Lovejoy als Vertreter der organisierten Religion kann Lisa die Frage nach Moral nicht konkret beantworten und sagt unsicher, daß ein Mann, der ein Brot für seine hungernde Familie nimmt, ja wohl nicht stiehlt - außer vielleicht, wenn er Gelee drauf streicht.

Gerade das Beispiel mit Lovejoy zeigt IMO den deutlichen Unterschied zu religiösen Moral-Cartoons. Der Zuschauer ist angehalten, auch den Hintergrund der (religiösen) Moral in die Betrachtung mit einfließen zu lassen. Man kann u.U. auch davon ausgehen, daß zu diesem Zeitpunkt auch Lisa die "Gruselstories" der Sonntagsschule kritischer ansieht, nun jedoch aus grundsätzlichen, ethischen Gründen für das Seelenheil der Familie und speziell Homers eintreten möchte. Der Zusammenhang mit christlichen Motiven ist zwar da, ist aber ambivalent zu sehen.

Der Protest von Lisa ist in klarer Gandhi-Anlehnung gehalten, und hier weit kraftvoller als in späteren Mini-Erwachsenen-Folgen, in denen sie zu oft das liberale Sprachrohr der Autoren wird bzw. eher eine Parodie auf übersteigerten Liberalprotest. Besonders S2 hat diese Szenen stets mit Bravour gemeistert, während bereits ab S7 mit Folgen wie "Lisa The Vegetarian" ein Einseitigkeitsproblem auftritt, dass dann zum Phrasendreschen ab den Scully-Jahren geführt hat. In 7F13 kann Lisa noch mit einem einzigen schweigenden Blick so viel mehr vermitteln.

Obwohl man das Thema der Folge nicht unbedingt mit der organisierten Religion verbinden muß, ist das Schlußbild mit Homer, der die Stufen des Mastes hinaufsteigt, eine recht klare Metapher über sein Seelenheil und seinen Aufstieg nach "oben" - wohin auch immer ("Dad, we may have saved your soul." - "Yeah, at the worst possible time...").

Ansonsten ist die Folge natürlich angereichert mit jeder Menge feiner Gags und Details, man beachte z.B. Bart, der durch Überkonsum Figuren aus Filmen nur noch auf Filmtitel reduziert ("Ooh, this is where Die Hard jumps through the window." "...Ho ho, this is where Wall Street gets arrested, ha ha...") und vieles mehr an TV- und anderen Details. Auch die Qualität der Animation und die Leistung der Sprecher ist wie damals üblich von einer herausragenden Art, die unterstreicht, daß es noch keine digital bearbeitete Fließbandproduktion von Folgen gab.

Eine subtilere Beobachtung soll noch erwähnt werden, die mir auch erst durch die Capsule ersichtlich wurde: in seiner Fantasiesequenz, in der sich Homer im Gefängnis sieht, trägt er die Häftlingsnummer 7734. Wenn man jene Nummer in einen Taschenrechner eintippt und dann auf den Kopf stellt, wird das Wort HELL daraus (mit kleinem h).

Kommen wir zu einem Ende, obwohl sicherlich längst nicht alles zur Folge gesagt ist. IMO eine der besten Folgen in der besten Staffel überhaupt - da bleibt nicht viel Spielraum für die Benotung. Note 1+

Ähnlich wie diese Folge ist im Grunde IMO fast die gesamte Staffel 2 so reich an Details und Subtext, daß man eigentlich monatelang diskutieren kann, ohne alte Themen zu wiederholen. Aber ich sehe natürlich ein, daß das in der heutigen Zeit kaum noch von Interesse ist. Ich hoffe, daß trotzdem jemand etwas Freude an diesem Review hatte, denn es ist nun doch länger geworden, als ich ursprünglich vor hatte.

Chris

Jaguar D Sauro

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9

Dienstag, 8. September 2009, 09:00

Vollkommen Zustimmung von mir, wobei meine Lieblingsstaffel die zweite nicht ist. Allerdings geht her die Meinung eh auseinander...

Aber so Tief habe ich die Folge nie betrachtet, wobei ich auch glaube dass das nicht auf alle Punkte so genau zutrifft: Ob nun Homer der den Fahnenmast hochsteigt wirklich seinen Aufstieg nach oben darstellen soll zum Beispiel, daran zweifel ich etwas. In den anderen Punkten gebe ich dir hingegen vollkommen Recht...

Eine wirklich tiefgründige, wunderschöne und auch herrlich komische Folge wie ich finde, die zu Recht den Emmy gewonnen hat und die jeder Fan mal geguckt haben sollte.

10

Dienstag, 8. September 2009, 09:36

Ob nun Homer der den Fahnenmast hochsteigt wirklich seinen Aufstieg nach oben darstellen soll zum Beispiel, daran zweifel ich etwas. In den anderen Punkten gebe ich dir hingegen vollkommen Recht...
Wirklich? Das mit dem Fahnenmast erschien mir immer als eines der weniger subtilen Elemente der Folge. Zuerst ging es ständig um Homers "Seelenheil" und dann bleibt die Kamera auffallend deutlich lange auf der Szene, wie er Stufe um Stufe den Mast nach oben steigt. Aber das ist ja das Schöne an den frühen Staffeln: das man so schön interpretieren kann.

Chris

Jaguar D Sauro

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11

Dienstag, 8. September 2009, 10:19


Wirklich? Das mit dem Fahnenmast erschien mir immer als eines der weniger subtilen Elemente der Folge. Zuerst ging es ständig um Homers "Seelenheil" und dann bleibt die Kamera auffallend deutlich lange auf der Szene, wie er Stufe um Stufe den Mast nach oben steigt. Aber das ist ja das Schöne an den frühen Staffeln: das man so schön interpretieren kann.

Chris
Ja, defintiv kann man über so etwas streiten, allerdings habe ich die Folge vor wenigen Minuten nochmal auf DVD geguckt da ich sie schlecht in Erinnerung hatte und muss sagen: Vielleicht hast du Recht! Homer, der den Pfahl hoch kletter in die richtige Richtung, während von unten Bart ihn die ganze Zeit versucht, mit verlockungen wieder auf die Erde zu holen (Bart=Teufel)? Allerdings kann man es ja sehen wie man es will, hast du ja selber gesagt, ich schließe mich nach erneuten sehen dir hingegen doch an :)

arnefrisch

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12

Mittwoch, 9. September 2009, 09:38

Ob nun Homer der den Fahnenmast hochsteigt wirklich seinen Aufstieg nach oben darstellen soll zum Beispiel, daran zweifel ich etwas.


Wirklich? Das mit dem Fahnenmast erschien mir immer als eines der weniger subtilen Elemente der Folge.

man kann auf jedenfall völlig zweifelsfrei und offensichtlich feststellen das es sich um einen leitungsmast handelt.
"Arguing on the internet is like running in the Special Olympics.
Even if you win, you're still retarded."

"Der nächste Satz ist eine Lüge. Der vorhergehende Satz ist wahr."

13

Mittwoch, 9. September 2009, 09:44

man kann auf jedenfall völlig zweifelsfrei und offensichtlich feststellen das es sich um einen leitungsmast handelt.
Richtig. Kann man. Ich wollte nur sehen, ob es jemand bemerkt ;-).

Chris