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Dienstag, 5. Januar 2010, 15:04

Hermetische Natur der aktuellen Serie

Jetzt habe ich urlaubsbedingt doch schon länger keinen Beitrag mehr geschrieben, daher hier mal was gerade frisch verfasstes. Ich weiß nicht, ob die Argumentation funktioniert oder nachvollziehbar ist, aber ich versuche es einfach mal. Bitte nicht zuviel davon erwarten, der Text ist nur auf die Schnelle geschrieben.

Eine interessante (aber IMO oft eher wenig beachtete) Facette des starken Qualitätsverlustes der Serie ist ihre heutzutage sehr "hermetische" Natur im Bezug auf Rand- und Nebencharaktere. Ich habe das Thema kürzlich schon in der "Summer of 4 Ft 2"-Parodie gestreift, als sich die Strandnachbarn der Simpsons als altbekannte Gesichter aus Springfield herausstellen.

Gerade in den ersten Jahren 1990/1991 stand der Serie ein ganzer Kosmos an Randfiguren offen, die halfen, die Hauptakteure in eine "lebendige" Welt einzubetten. Andere Orte und andere Zeiten brachten auch andere Nebencharaktere, was wiederum unterstrich, daß wir uns nicht in der geschlossenen Welt einer Sitcom mit limitiertem Personenkreis oder gar eines Standard-Cartoons befanden. Und das Potential dieser frischen Idee - dieses offenen Universums - war immens.

Die Charaktere konnten in die Welt hinausgehen und sie konnten dort neue Personen treffen, die in dieser Welt "lebten". Springfield war trotz seiner Cartoon-Natur auch eine größere Welt, in der mehr Menschen lebten, als nur beispielsweise 12 Standardfiguren aus einem Sitcom-Repertoire. Und wenn die Gesichter in den Passantenmassen manchmal ein wenig grotesk aussahen, dann gehörte auch das dazu.

Als schönes Beispiel für bemerkenswerte Nebenfiguren kommt mir immer die Frau in den Sinn, die Lisa in "Lisa´s Substitute" sagt, daß Mr. Bergstrom nicht mehr hier wohnt. Sie hat keinen Namen, sie ist nicht Lindsay Neagle, nicht Ralph Wiggum mit Perücke und sie bewirft Lisa auch nicht brabbelnd mit Katzen. Sie ist einfach nur ein Mensch aus Springfield und sie sagt in der Szene mehr, als sie eigentlich sagen müsste.

Irgendwann im Laufe der Jahre (sicherlich spätestens ab Staffel 9) verloren die Macher jedoch IMO das Interesse am weitläufigeren Universum der frühen Serie. Szenen wurden mehr und mehr mit altbekannten Zeichenschablonen und Standardfiguren bevölkert, die eben Homer die Gags zuspielen sollten. Heutzutage würde es nicht sonderlich auffallen, wenn die Simpsons an anderen Orten oder anderen Zeiten wären, dort eine Tür öffnen, und eben Moe oder Ralph oder Nelson oder die allseits beliebte crazy cat lady für einen Gag in die Szene treten würden.

Eventuell war auch schon die brillante "Summer of 4 Ft 2" die letzte der wirklich großen non-hermetischen Folgen (und das sowohl im Bezug auf Offenheit der gezeichneten Welt, als auch im Bezug auf Offenheit der Interpretation).

Klassisches Beispiel: in Staffel 2 und "The Way We Was" wird für den Rückblick nach 1974 eine eigene Welt und ein eigener Zeitkolorit entworfen. Einige bekannte Gesichter im Zentrum, aber ansonsten viele "neue" Personen, die eben zu einem damaligen Umfeld gehören: Schüler, Freunde, Lehrer, Gäste beim Abschlußball, unbekannte Gesichter auf dem Schulhof. Springfield High im Jahr 1974.

Gegenbeispiel: in Staffel 15 und der IMO überschätzten "The Way We Weren´t" kommt Homer als Kind in ein Feriencamp. Wen trifft er dort? Carl und Lenny und Moe und Marge und den Sea Captain usw. Dann gerät er in ein Fat Camp. Wen trifft er dort? Die jungen Abziehbilder von Chief Wiggum, CBG, Quimby usw. Warum? Was gewinnt die Folge dadurch bzw. vielmehr was verliert sie?

Aktuell wurde mir das Problem wieder bewußt, als ich dieser Tage eine Folge aus Staffel 21 sah - irgendein inhaltlicher Einheitsbrei mit Homer und Carl in Paris. Eine Szene fiel mir jedoch auf - und zwar Homer, der vom Flughafen Springfield aus bei Carl anruft. Homer steht an der Gepäckannahme, neben ihm stehen vier Springfielder Passanten. Springfielder Passanten? Neben ihm stehen grundlos Agnes und Seymour Skinner und Kirk und LuAnn Van Houten.

Man sollte sich diese Entwicklung vor Augen halten, denn sie ist eine kleine Facette, die am Detail aufzeigt, wieviel an Potential und Einzigartigkeit der frühen Jahre verschwunden ist. Und wenn man das nächste Mal Werbesprüche hört über den großen Figurenkosmos der heutigen Serie, über den "cast of thousands", der die Simpsons unterstützt, dann sollte man eventuell die berühmte Frage von Enrico Fermi zweckentfremden, der da sagte "Wo sind sie denn alle?".

Chris

Ricardo

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2

Dienstag, 5. Januar 2010, 18:46

Das ist ein sehr interessanter Ansatz, der mir auch das ein oder andere mal auffiel. Jedoch muss man, finde ich, zum bereits gesagten hinzufügten, dass auch die Ein-Episoden-Charaktere, die wieder und immer wieder in die Serie gespült werden, jedoch stets blass und unnötig erscheinen.
Sie sind ja auch keine Lückenfüller, die mal für 5-10 Sekunden einspringen, sondern nehmen eine, zumindest für diese Episode, mehr oder minder essentielle Rolle ein. Jedoch scheinen sie immer mehr auswechselbar zu sein. Sie sind farb- und glanzlos. Auch sie bekommen ihren Namen, manchmal eine kleine Geschichte und man soll als Zuschauer Emotionen für sie entwickeln.
Jedoch ist das ohne Lohn, denn die meisten dieser Figuren kommen nie wieder vor, während ähnliche Charaktere der Vergangenheit wie die Katzenlady, Hausmeister Willie oder Comicbuchverkäufer aufsteigen zu ausgebauten Charakteren, was dann zur Folge hat, was du beschreibst.
Achtung!
Ironie, Sarkasmus, Anspielungen, schwarzer Humor sowie schlechter Anstand können einmalig oder gehäuft vorkommen. Sollten Sie dies nicht vertragen können oder unter epileptischen Anfällen leiden, schalten Sie den Monitor ab, konsultieren Sie einen Esotheriker und fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker.

3

Dienstag, 5. Januar 2010, 23:20

Ich stimme Chris voll und ganz zu. Früher sind in manchen Szenen Charaktere aufgetacht haben einen Satz gesagt und gut ist. Eben genauso wie es in der wirklichen Welt auch ist, wo man ja auch oft wildfremde Leute nach dem Weg fragt, ohne dass sie einem gleich ihre Lebensgeschichte erzählen oder "lustig daherreden" und wo man auch jeden Tag vollkommen unterschiedliche Typen trifft o.ä. Das hat der Serie in der Tat etwas natürliches bzw. realistisches gegeben, das so heute nicht mehr da ist, weil die Hauptcharaktere fast nur noch mit ihnen bekannten Figuren agieren, mit denen sie natürlich alle super bekannt und befreundet sind o.ä. Gerade die Folge die heute abend auf P7 lief (Übrigens dicht gefolgt von der Folge in der Lurleen aus der Versenkung geholt wird, die ich damals schon nicht besonders originell fand) ist dafür symptomatisch: Apocalypse Cow (deutscher Titel: Rinderwahn). Ich meine es ist ein erstaunlicher Zufall, dass Barts Freundin beim Club 4H ausgerexhnet die Tochter von Cletus ist dessen Kinder ja vor nicht allzulanger Zeit ausgerechnet von Lisa unterrichtet wurden. Und das alles obwohl Cletus früher nichts weiter war als der Teil eines kurzweiligen Running Gags ähnlich wie die Cat Lady die wir heute auch als Eleanor Abanathy kennen (Keine Ahnung ob ich das jetzt richtig geschrieben habe). Und wenn der Verkäufer in irgendeinem x-beliebigen Geschäft heute nicht Gil oder der Yes Guy oder Lindsay Neagle ist, ist das schon ein erstaunlicher Zufall. Klar, bei uns im Ort werden auch sämtliche Geschäfte von 3 Verkäufern betrieben die ich natürlich alle namentlich kenne. Deshalb ist es wohl auch nötig sämtliche Nebencharaktere bis zum geht nicht mehr zu "durchleuchten". Oder wollen wir wirklich wissen, dass der CBG eigentlich Jeff Albertson heißt? Stinkt alles in der Tat sehr nach Sitcom oder Cartoon und nicht mehr nach den klassischen Simpsons
An alle, die meinen, dass sie "wegen der Flüchtlinge" keine Arbeit, zu wenig Rente oder was auch immer haben: Ihr seid wie Homer!! und nicht nur deshalb ist diese Folge leider aktueller denn je!!

Gelb

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4

Mittwoch, 6. Januar 2010, 14:48

Im Beispiel von "Der Aushilfslehrer" stimme ich Chris_Pfeiler zu. Da ist einfach diese Frau, sie sagt nur einen Satz, aber man erinnert sich wieder an sie, wenngleich sie keinen Namen und keine Geschichte hat. Ein bekanntes Springfielder Gesicht passt da nicht hin, weil es wohl auch ein zu großer Zufall wäre, dass Mr. Bergstrom ausgerechnet in dessen Haus zieht. Außerdem stimme ich in dem Punkt zu, dass die Hauptcharaktere in einer lebendigen Welt leben sollten.

Was aber die angesprochene Abschlussball-Szene aus "Wie alles begann" angeht, muss ich ein wenig widersprechen. Was spricht den dagegen, dass im Hintergrund z.B. der junge Chief Wiggum mit seiner Angebeteten tanzt? Es ist doch durchaus denkbar, dass er im selben Jahrgang wie Homer, Marge etc. die Highschool abgeschlossen hat. Und das würde dann ja immer noch nicht bedeuten, dass es in diesem Raum ausschließlich 12 Standardfiguren geben muss, wie in einer Telenovela, wo jeder mal mit jedem darf. Es soll, und da stimme ich wieder zu, Randfiguren geben, die gerne auch mal einen Satz sagen dürfen oder anderweitig kurz auf sich aufmerksam machen können. Das heißt also, man müsste bei größeren Gruppenansammlung, seien es jetzt die Besucher eines Abschlussballes oder eines Baseballspieles, den richtigen Mittelweg zwischen neuen und bekannten Figuren finden, um so noch die hermetische Natur der Serie aufrecht zu erhalten.

Um auch mal einen Versuch zu starten, die Frage nach dem "Warum?" zu beantworten. Warum also steht beispielsweise in "The Devil Wears Nada" Familie Skinner und van Houten an der Gepackausgabe und nicht Familie Mustermann und Familie Smith? Womöglich versuchen die Autoren damit ein für den Zuschauer "vertrautes" Umfeld zu schaffen und ein "Aha, da hinten steht Skinner" hervorzurufen, was man beim Zuschauen eigentlich auch nur beiläufig wahrnimmt. Die andere (zugegeben abwägigere) Theorie wäre Faulheit oder Zeitdruck. Eine bekannte Figur ist wohl schneller gezeichnet und animiert, als ein unbekanntes, neues Gesicht. Andererseits wird mittlerweile ohnehin alles mit dem Computer gemacht. Ob es da dann immer noch einen Zeitunterschied gibt, kann ich nicht sagen.

5

Mittwoch, 6. Januar 2010, 19:31

Mit der Theorie ,dass es mit alten Figuren schneller geht ,könntest du Recht haben.Die Simpsons werden aber dennoch mit der Hand gezeichnet.Die Feinheiten und Umrisse werden dann mit dem Pc bearbeitet.

6

Donnerstag, 7. Januar 2010, 18:52

Ich finde, Gelb bringt es gut auf den Punkt.

Eine kleine Bitte an Chris_Pfeiler: Könntest du die Episodennamen wenigstens in Klammern dahinter auch auf Deutsch schreiben? Mir sagen die englischen Namen, im Gegensatz zu den deutschen, kaum etwas. Vor allem weil die deutschen Namen oft den Inhalt der Episode wiedergeben, während die englischen meistens nichtssagende Anspielungen sind.

7

Donnerstag, 7. Januar 2010, 19:25

@Apfelbonbon wie viele Fans der ersten Stunde schaut Chris_Pfeiler sich die Folgen mitlerwile aus Prinzip nur noch auf englisch an, da die Übersetzungen einfach zu schlecht sind und hat deshalb wohl nicht mehr alle deutschen Titel im Kopf, zumal er, wieviele andere auch, den deutschen Titeln i.d.R. nichts abgewinnen kann und sich deshalb wohl auch aus Prinzip weigert sie benutzen, womit er nicht alleine dasteht. Viele sehen das mit den deutschen und den englischen Titeln nämlich genau umgekehrt wie du, aber das ist ein anderes Thema. Wir haben das hier und hier schonmal ausführlicher diskutiert und ich denke die Statements von Stephan Münzing und anderen bringen auf den Punkt was Chris_Pfeiler und andere dazu treibt immer auf die englischen Titel zurückzugreifen. Außerdem gibt es für alle "unwissenden" Google wiki- und Simpsonspedia usw. Es ist also nicht allzuschwer herauszufinden um welche Folge es geht. Mache ich auch regelmäßig so, denn dass die anderen ihre Vorgehensweise ändern ist aus den genannten Gründen eher unwahrscheinlich und es dauert wirklich nur fünf Minuten, das herauszufinden. Versuch es einfach mal!!
An alle, die meinen, dass sie "wegen der Flüchtlinge" keine Arbeit, zu wenig Rente oder was auch immer haben: Ihr seid wie Homer!! und nicht nur deshalb ist diese Folge leider aktueller denn je!!

Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von »theguy« (14. Januar 2010, 17:00)


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Donnerstag, 7. Januar 2010, 21:18

Seine Beweggründe konnte ich mir schon denken. Darum war es auch nur eine Bitte, denn es wäre einfacher, dass einer (nämlich er) sich einmal die Mühe macht, die deutsche Übersetzung heraus zu suchen, statt dass die vielen "Unwissenden" es immer wieder neu machen müssen. Ich streite nicht ab, dass die deutschen Titel einfallslos bis bescheuert sind, aber ich glaube, ich bin auch nicht der einzige, der mit den deutschen Titeln mehr anfangen kann. Es geht hier ja nicht um Übersetzungen, sondern darum, eine Episode richtig einordnen und damit seine Gedankengänge verfolgen zu können.

Wenn er will, dass man seine Beiträge liest, dann kann er sowas einfach netterweise mit machen, wird ihn schon nicht umbringen. Denn wenn er meint, dass er auf seine englischen Episodentitel beharren muss, dann meinen vielleicht andere, dass sie seine Beiträge nicht mehr lesen, weil es ihnen zu blöd ist, bei jeder Episode erst nachzuschauen, um welche es sich handelt (er könnte auch wenigstens die Episode auf Simpsonspedia zu verlinken, dort gibt es sogar englischsprachige Titel-Redirects).

Wäre einfach nett, wenn er es machen würde, fragen kann man ja. Denn nur weil er darauf verzichtet, werden die Titelübersetzungen ja leider auch nicht besser.

9

Freitag, 8. Januar 2010, 02:10

Naja, das mit den "vielen unwissenden" ist so eine Sache, da das ja grundsätzlich impliziert, dass die "unwissenden" prinzipiell in der Überzahl sind und das war, zumindest da wo Chris herkommt, nämlich auf Nesp und drts, nicht der Fall. Im Gegenteil dort wimmelte es nur so von Superfans die in vielerlei Hinsicht genauso oder zumindest ähnlich gestrikt waren wie Chris und immer bzw. meistens genau wussten wovon er redet, zumindest wenn es um die Folgentitel geht. Von daher denke ich, dass er einfach auch noch zu sehr an dieses Umfeld gewöhnt ist und sich erst auf eine neue Fangruppe und deren "Unwissen" einstellen muss, zumal ich auch zu bezeifeln wage, dass es hier bei den angestammten Usern so wenige gibt, die die englischen Titel/Folgen kennen. Naja ich bin gespannt, was er dazu zu sagen hat. Aber eins kannst du mir glauben: sich mit den englischen Folgen und Titeln auseinanderzusetzen stellt für das Verständnis der Serie auf jedenfall eine Bereicherung da, weil einem so vieles auffällt, was einem bei deutschen Fassung nicht auffällt. Wenn man z.B. weiß, dass der englische Titel von "Kampf um Bobo" rosebud lautet und dazu dann, falls einem das nichts sagt, womöglich noch ein wenig recherchiert, stößt man schnell aufCitizen Kane und dann wird einem so einiges im Hinblick auf diese Folge klarer. (In diesem Zusammenhang verweise ich auch gerne auf diesen Thread). Wenn man sich eine Weile damit auseinandergsetzt hat (z.B. so manchen Epi-Guide durchgeguckt hat) hat man dann irgendwann sowieso raus wie die Folgen auf englisch heißen. Zumal Chris auch einige Lieblingsfolgen hat auf die er immer wieder zu sprechen kommt und auch das kriegt man mit der Zeit raus: "Lisa´s Substitude" ist z.B. die Folge "Der Aushilfslehrer" "Two Cars in Every Garage and Three Eyes on Every Fish" (auch mal abgekürzt "two cars...") ist der Originaltitel von "Frische Fische mit drei Augen" "Moaning Lisa" heißt auf deutsch "Lisa bläst Trübsal" und "
Summer of 4 Ft 2" ist der Originaltitel von "Ein Sommer für Lisa" THOH steht außerdem für Treehouse of horror . Wenn du das alles erstmal weißt ist das schon die halbe Miete zum Verständnis von Chris Beiträgen :D Also seh es einfach als Anregung denn so ist es glaube ich auch von Chris und anderen gemeint. Vieles erkennst du dann auch aus dem Zusammenhang
An alle, die meinen, dass sie "wegen der Flüchtlinge" keine Arbeit, zu wenig Rente oder was auch immer haben: Ihr seid wie Homer!! und nicht nur deshalb ist diese Folge leider aktueller denn je!!

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Montag, 11. Januar 2010, 08:59

Naja ich bin gespannt, was er dazu zu sagen hat.


Eigentlich nicht mehr viel, du hast alles schon recht treffend erläutert. Wenn ich schreibe, dann weiß ich die deutschen Titel aufgrund langjährigen OV-Guckens in der Regel nicht auswendig. Ich bin beim Tippen auch nicht nebenher online (was vielen ungewöhnlich vorkommen mag) und kann deutsche Titel daher nicht sofort nachschlagen.

Ich könnte mir natürlich die geringe "Mühe" machen und nachträglich ergänzen, aber dafür fehlt mir persönlich das Interesse an den deutschen Titeln. Sorry an alle, die dadurch die Argumentationen nicht nachvollziehen können.

Chris

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Mittwoch, 13. Januar 2010, 14:29

Vielleicht liegt diese "Hermetische Abriegelung" in der der amerikansichen "Natur" begründet, da den Amerikanern nachgesagt wird, dass sie nicht sehr weit über ihren Tellerrand hinausschauen.

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Freitag, 15. Januar 2010, 09:56

Was mir gestern so nebenbei noch aufgefallen ist: eines der besten Beispiele für standardsitcomige Hermetik hatte ich gar nicht erwähnt - die Gäste in Moes Bar.

In den frühen Staffeln gab es da die verschiedensten Leute im Hintergrund, in jedem Fall die beiden namenlosen Stammgäste, die allgemein als "barflies" bezeichnet wurden. In aktuellen Jahren sind die Gäste bei Moe neben Homer in der Regel Barney, Carl und Lenny. Wobei die beiden letzteren früher überhaupt nicht dort vertreten waren, sondern nur zum Krafwerksumfeld gehörten. Im Zuge der Reduktion auf Sitcom-Muster oder Standardcartoonstil wurden sie einfach übertragen.

Hierbei ist das Problem eben nicht, daß Carl und Lenny zu Moe "eingeladen" wurden, sondern eher, daß alle anderen Gäste dort quasi "ausgeladen" wurden und die Besucher nur noch aus Standardfiguren bestehen, die eben für Gags notwendig sind. Es ist schon irgendwie eine extrem leblose Welt in Springfield geworden (und das nicht nur aufgrund dieser kleinen Facette. Aber hey, der bunte Krawallvorspann ist dafür jetzt in HD).

Chris

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Freitag, 15. Januar 2010, 15:41

bei der Einschätzung sollte man differenzieren.
Manchmal macht es durchaus Sinn, wenn bekannte Personen in einer Szene auftauchen. Vor allem dann, wenn es wohl nicht um die konkrete Person als vielmehr den Charakter geht. Ein gutes Beispiel hierfür wäre Gil, der ja schon von seiner Konzeption nicht "Gil" ist, sondern eher ein "typischer angestellter Versorger", der sich von Job zu Job hangelt. Das weibliche Gegenstück, hier aber als "Powerfrau, die im Grunde alles kann", ist Lindsay Nagle.
Aus meiner Sicht trifft das im Grunde auf jeden Charakter der Serie, abgesehen von der Familie selbst zu, d.h. Skinner z.B. ist weniger Skinner als vielmehr das Abbild eines Pedanten usw.
Im Verlauf der Serie hat man aus nachvollziehbaren Gründen, nicht nur die Familie selbst, sondern auch andere Charaktere in den Mittelpunkt gestellt. Mit dem Ergebnis, dass man von diesen Charakteren plötzlich ein deutlicheres Bild hat (bzw. man glaubt eines zu haben). Damit stehen die Macher aber vor dem Dilemma, dass Charaktere kaum noch nachvollziehbar als Charaktere an sich einsetzbar sind, weil viele ein konkretes Bild von ihnen haben. Vll. ignorieren die Macher dieses Dilemma einfach und setzen weiter auf Bekanntes.
Die andere Möglichkeit sind one-time-characters, aber auch hierzu wird/wurde oft genug Kritik geäußert. Nur beispielhaft erinnere ich an fallout-boy, der im thread zur Folge "bin runterladen" die Einführung der neuen Charaktere bemängelt hat. Dies könnte ein Richtung in chris pfeilers These einer "Sitcomisierung" der Serie, z.B. durch Begrenzung der Akteure, weisen, mit dem wichtigen Zusatz, dass es durchaus Zuschauer gibt, die dies durchaus so wünschen.
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Freitag, 15. Januar 2010, 17:37

Nur beispielhaft erinnere ich an fallout-boy, der im thread zur Folge "bin runterladen" die Einführung der neuen Charaktere bemängelt hat.


Ich muss zugeben, dass ich im Thread etwas überstürzt schrieb, weil ich, wie soll ich es sagen, vom Schreiben gepackt wurde. Aber ich korrigierte die Aussage auch, in dem ich sie verallgemeinerte, was es freilich nicht rückgängig macht, aber meine Meinung mehr widerspielgelt.

Um mich genauer auszudrücken: Ich bin nicht gegen unbekannte Charaktere, die Lücken füllen oder eine Menschenmenge bilden oder wie die von Chris Pfeiler genannte Frau in "Der Aushilfslehrer" von seinem Fortgang berichtet. In der Realität gibt es ebenfalls massenweise unbekannte Leute, die über die Straßen spazieren, in Läden einkaufen und ihren Dingen nachgehen. Früher machten das die Simpsons auch realistischer, indem sie eine reale Gesellschaft schufen, mit einigen bekannte, ansässigen, häufiger sprechenden und auftauchenden Personen, aber auch mit Statisten.

Aber ich bin dagegen, dass überall im Simpson Universum eine lustige Person ist, die ihre aberwitzige Lebensgeschichte erzählen muss, sei es in Irland, der Hauptstadt, am Flughafen oder in Springfield. In der Wiklichkeit gibt es sowas auch nicht, somit ist das weder eine Anspielung auf Charaktertypen, noch ein sinnvolles Stilmittel oder Storyelement, sondern einfach nur eine müder 0815 Gag. Auch werden mir viele zustimmen, dass die Simpsons keinen Vitality-Berater, Life-Coach oder ähnliche gesichtslose Mitmenschen im Haus aufnehmen müssen. Ich habe nichts gegen einen Mann, der auf einem Ausflug zu einem Gletscher mit Edna rummacht, um es zu verdeutlichen.

Ich glaube nicht, dass ich der einzige bin, der so denkt. Wenn ja, sei's drum.
Ich entschuldige mich für garnichts! Tut mir Leid, aber so bin ich eben.

15

Freitag, 15. Januar 2010, 18:07

du verkennst natürlich selbst ein wenig die "Realität", wenn du ausgerechnet einer Trickserie mangelnde Realität anmahnst. Natürlich gibt es viele Dinge der Serie nicht, nur: Wenn die Serie die Realität abbilden würde, wäre schon nach nicht mal einer Staffel SChluss gewesen.

Um beim Irlandbeispiel zu bleiben: Dass Homer beim Gedanken, wie er seine neue Bar flott bekommt, an Moe denkt, ist doch ziemlich realistisch, so würde vermutlich jeder handeln: Such dir jemanden der es kann, wenn du es selbst nicht kannst. Der Witz in der Szene ist für mich vielmehr, dass Homer ausgerechnet Moe ruft, obwohl dieser vom Führen einer Bar nicht viel mehr als Homer zu verstehen scheint (was vermutlich jeder außer Homer, dem man im Verlauf der Serie eine ziemlich positive Grundeinstellung gegenüber Moe bescheinigen kann, jeder auch weiß). Zwar fand auch ich diese Szene eher überflüssig, komplett unlogisch und v.a. "wider der Realität" war sie m.E. jedoch nicht.
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16

Montag, 18. Januar 2010, 07:40

Ich finde ,ihr seht das etwas zu eng mit den "Hauptcharakteren".In der Folge: "Bei den Simpsons stimmt was nicht." Müssen Homer und Marge in diese Gruppe und in der Gruppe sitzt kein Skinner oder Apu oder sonst wer ,sondern Charaktere ,die man nicht kennt.Als das Jungendamt bei den Simpsons eintrifft sind die beiden Leute auch kein Gill oder sonst wer und noch ein Beispiel ,als Moe die Ideen mit der Bar ausgehen ,möchte er zu seinem alten Lehrer oder was er auch immer war und er hatte auch nur einen kurzen Auftritt(Man kannte ihn nicht).In : Homer an der Uni ,ist nicht der Teenager inder Uni sondern unbekannte Charaktere wie die 3 Freaks.In den neuen Folgen trifft das mehr zu,was Chris bemängelt z.b. in der Folge: Im Namen des Großvaters als die Simpsons nach Irland fahren und Homer und Abe Moe in der Bar treffen. .Trotzdem sind immer noch Folgen dabei,wo Figuren aufkreuzen,die man nicht kennt.

EDIT: Es gibt auch unbekannte Nebencharaktere die in der Folge "große" Rollen spielen,wie die nette Mrs.Botz oder die Frau von der Homer diese Gummibärchen abzieht .....diese Person hätte auch gut eine Helen Lovejoy(wird das so geschrieben?) sien können.

Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von »James Bond« (18. Januar 2010, 07:40)


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Montag, 18. Januar 2010, 10:44

In den neuen Folgen trifft das mehr zu,was Chris bemängelt


Richig. Ich habe die Kritik ja auch speziell auf neue Folgen bezogen, wobei das für mich Folgen ab Staffel 9 bedeutet.

Deine Erwähnung einer Gruppe, in der in Staffel 7 verschiedene unbekannte Charaktere sitzen, hat mich noch an ein negatives Beispiel aus S1x erinnert - wobei ich mir dazu jetzt nicht ganz sicher bin. In Staffel 15 und der Folge "Co-Dependents Day" (die IMO eventuell schlechteste S15-Folge) geht Marge doch am Ende zu einer Beratung bei Alkoholproblemen. Ich glaube, die Leute in der dortigen Gruppe sind allesamt nur bekannte Charaktere wie Agnes Skinner, Otto, Lindsay Neagle, Sea Captain etc.

Natürlich kommen in der Serie auch weiterhin unbekannte Nebencharaktere vor, um Hintergründe und Räume zu füllen. Der Punkt ist eher, daß diesen Nebencharakteren kaum noch eine Funktion zufällt, die über dieses Füllen hinausgeht. Sobald ein Satz zu sprechen ist oder eine Interaktion mit einem Hauptcharakter zu erfolgen hat, wird weitaus häufiger als früher nur noch auf altbekannte Figuren zurückgegriffen. Kurioserweise werden jetzt aber auch schon Hintergründe nur mit bekannten Figuren gefüllt, siehe das Beispiel mit dem Flughafen in der Paris-Folge. Setzt sich die Entwicklung so fort?

Chris

18

Montag, 18. Januar 2010, 13:55


[...]wobei ich mir dazu jetzt nicht ganz sicher bin. [...] Ich glaube, die Leute in der dortigen Gruppe sind allesamt nur bekannte Charaktere wie Agnes Skinner, Otto, Lindsay Neagle, Sea Captain etc.


Die Unsicherheit kann ich dir nehmen: In der Gruppe sind wirklich nur bekannnte Charaktere, lediglich beim Empfang stehen meines Wissens nach Statisten.
Ich entschuldige mich für garnichts! Tut mir Leid, aber so bin ich eben.

19

Montag, 18. Januar 2010, 16:58

Da hast du mal wieder Recht als Marge in der Gruppe ist,wegen dem Alkoholproblem sitzen da wirklich nur Lindsay Neagle,Agnes und der Capitan. :S

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »James Bond« (18. Januar 2010, 16:58)


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Mittwoch, 20. Januar 2010, 18:20

James Bond, zwei deiner Beispiele sind eher ungünstig: Gil passt auch nicht als Vertreter für eine Amtsperson, weil er eben die Rolle als glückloser Verkäufer innehat. Und das Moe-Beispiel ist auch eher schlecht, weil Homer ja nicht so einen Professor von früher kennt, er sich demnach auf Moe berufen "muss".
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